"Wissen und Fähigkeiten kann einem keiner mehr nehmen"

Kerstin setzt sich immer wieder neue Ziele

"Fortbildung ist ein Meilenstein, um das nächste Ziel zu erreichen", davon ist Wirtschaftsförderin Kerstin Durchardt überzeugt. Wer ihren Lebenslauf anschaut, glaubt ihr das sofort. "Generell lerne ich schon mein ganzes Leben, ein Hauptthema. Es vergeht kein Jahr, indem ich nicht eine Fortbildung besuche."

Nach dem Gymnasium, von dem sie ohne Abitur abging, lernte sie das Schneiderhandwerk. Doch da verdiente sie nicht genug, um unabhängig zu sein. So fokussierte sie sich auf ihr nächstes Ziel: In Ägypten Wüstentouren mit dem Geländewagen anbieten. Dazu brauchte sie eine Lehre als Kfz-Mechanikerin. Auch die schaffte sie mühelos. Zurück in Deutschland bildete sie sich zur Chefsekretärin weiter, um irgendwann festzustellen: "Was mein Chef kann, kann ich auch." So entschied sie sich, das Abitur nachzuholen und zu studieren.

Sie machte den Bachelor als Sozialwirtin und sattelte den Master in strategischer Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung berufsbegleitend obendrauf. Als sie diesen abschloss, war sie 47 Jahre. "Beschränkungen geben wir uns nur in unseren Köpfen, im Außen ist alles möglich." Heute ist sie selbst Chef, nämlich Geschäftsführerin der EUREGIO via salina und unterstützt Projekte mit EU-Fördergeldern.

"Ich bin ein Mensch, der  sehr viel Energie und wenig Geduld hat. Deshalb muss das alles flott gehen. Aber wenn ich etwas mache, dann richtig - mit Vollblut, das zeichnet mich aus." Absolut wichtig ist für die Powerfrau Spaß bei der Arbeit zu haben, aber auch gut zu verdienen. Das nämlich verschaffe ihr die Freiheit, sich u.a. sozial zu engagieren.

So organisiert sie ehrenamtlich das Repair Café in Kempten, ist für den Jugendaustausch des Rotary-Clubs für ganz Bayern zuständig und betreut zwei Familien aus Afghanistan. "Man kann vertrieben werden aus seiner Heimat, aber Wissen und Fähigkeiten nimmt man überall hin mit." 

Hier geht es zum Video von Kerstin.
Fotos: @ Allgäu GmbH, Theresa Winkler