Den Sprung in die Selbständigkeit wagen?

Svenja hat in der Mittagspause ihren Traumjob entdeckt ...

Svenja Metzler strahlt Ruhe aus, beobachtet und spürt sehr genau. Fähigkeiten, die ihre besonderen Patienten schätzen: Hunde. Als Hundephysiotherapeutin kommt sie zu ihnen nach Hause und versucht bei verschobenen Wirbeln oder Muskelverhärtungen direkt und ohne Medikamente durch Bewegungsübungen, Dorntherapie oder Osteopathie zu helfen.

"Tiere haben mich schon immer begeistert und der Bewegungsapparat interessiert mich, weil viele Krankheiten hier ihren Ursprung haben." Als sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten in einer Kleintierklinik absolvierte, bekam sie immer wieder mit, wie Hunde abgegeben oder eingeschläfert werden mussten, weil die Besitzer sich eine OP nicht leisten konnten. Das motivierte die junge Frau nach Alternativen zu suchen.

So absolvierte sie die Zusatzausbildung als Hundephysiotherapeutin und behandelte während ihrer Mittagspausen immer wieder Hunde mit Beschwerden oder nach einer OP. "Das hat mir so viel Spaß macht - mehr als der Job, den ich hauptsächlich ausgeübt  habe." Für Svenja Metzler war das ein wichtiger Hinweis und sie dachte über eine Selbstständigkeit nach. "Ich habe viel mit Freunden und Tierärzten gesprochen, ob meine Idee einer mobilen Praxis Potential haben könnte. Da gab es Für und Wider."

Mittlerweile ist Svenja Metzler im dritten Jahr selbstständig und hat ihren Schritt nie bereut. "Wenn es nicht funktioniert hätte, dann hätte ich die Reißleine ziehen und in meinem Ausbildungsberuf arbeiten können. Besser als nach 20 Jahren bereuen zu müssen, es nie gewagt zu haben."

Sie rät, sich zu informieren, welche Unterstützung es vom Staat oder der Stadt gibt. Oft bekäme man etwas dazu, so dass der Schritt in etwas Neues schon viel leichter fällt.  

Fotos: @ Allgäu GmbH, Margot Dott