Arbeiten muss Spaß machen

Richard ist zielstrebig und gelassen zugleich

Krisen bieten oft die Chance auf etwas viel Besseres. So war es auch bei Richard Weiß. Als dem Prokuristen und Leiter für Qualitätsmanagement und Schulungen durch eine Umstrukturierung nach 16 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt wurde, zögerte er nicht lange.

Er öffnete die Schublade und holte seine Pläne zur Verwirklichung eines eigenen Unternehmens hervor. Ein langgehegter Traum. Da war er 53 Jahre alt. "Trotzdem waren durch die Kündigung die Sicherheit, die Anerkennung und  das Netzwerk, das ich geknüpft hatte, plötzlich weg. Da musste ich raus aus der Komfortzone. Ich habe mit potentiellen Kunden gesprochen, ob mein Konzept passt und ich Aufträge bekommen würde." Und tatsächlich: Es funktionierte. Richard Weiß hatte von Anfang an zu tun. Mittlerweile ist er mit seinem Service für Systemhäuser und Fensterbauer seit drei Jahren am Markt und steigert seinen Umsatz jährlich um 30 Prozent. 

Herausforderungen nimmt Richard Weiß an. Schon nach seiner Lehre als Kaufmann wurde ihm bewusst, dass weiterkommen nur mit Weiterbildung möglich ist. So absolvierte er den ersten "Handelsfachwirt" der IHK München - auf dem zweiten Bildungsweg. Mit Fortbildungen z.B. in Bauphysik und Montage erweiterte er seine technischen Kompetenzen. Als er später als Führungskraft bei einem Systemhaus für Aluminiumprofile tätig war und durch die Internationalisierung andere Erwartungen an ihn gestellt wurden, entschied er sich noch mit 49 Jahren für das Studium "Master of Science Leadership and Management". Das schloss er mit Auszeichnung ab.

Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er heute gerne weiter - als Hochschuldozent, Trainer und Referent. "Ich kann jedem raten, sich schnellst möglichst ein gewisses Wissensniveau anzueignen und sich dann selbstständig zu machen. Wenn der erste Schritt getan ist, läuft es. Handwerk hat goldenen Boden." 

Fotos: @ Allgäu GmbH, Theresa Winkler


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